Einsätze der kasernierten Wacheinheiten

... „Auch hier standen die Bewachung von Objekten sowie die Ausbildung neueingestellter Volkspolizisten im Vordergrund. Da aber polizeiliche Aufgaben auf einem größeren Territorium zu lösen waren, mußten eine schnelle Einsatzbereitschaft und hohe Beweglichkeit gesichert werden. Im Ergebnis kontinuierlicher intensiver Ausbildungsmaßnahmen konnte der Personalbestand befähigt werden, innerhalb von 10 bis 20 Minuten die Marschbereitschaft herzustellen. Normalerweise sollte die Verweildauer in der Einheit drei Monate betragen, schwankte aber bei dem großen Bedarf der Polizeidienststellen zwischen 4 und 12 Wochen, so daß für die Ausbildung nur sehr wenig Zeit zur Verfügung stand. Auch der einsetzbare Personalbestand war ständigen Schwankungen unterworfen, da die Anzahl der Einstellungen vom Ergebnis der Werbung abhängig war und außerdem von den – oft außerplanmäßigen – Abversetzungen beeinflußt wurde. Die Wachbataillone der LBdVP hatten ja nicht nur Angehörige für die Polizeidienststellen der Länder auszubilden, sondern trugen zur personellen Stärkung der Berliner Einheiten und der Bereitschaften der Deutschen Grenzpolizei bei. Die Wachbataillone unterstützten auch die Auffüllung der 1952 aus den Einheiten der HVA entstandenen Kasernierten Volkspolizei (KVP). ... Auch der Personalbestand für die 1951 geschaffenen Schnellkommandos der Schutzpolizei kam aus den Wacheinheiten.“ [1]


[1] Historischer Abriß zum Aufbau und zur Entwicklung der Volkspolizei-Bereitschaften 1945-1985 Heinz Opitz, Günter Huthmann, Franz Fiebig, u.a.; Berlin 1988, MdI der DDR, S. 22