Strukturen der kasernierten Wacheinheiten

„Die Einheiten hatten einen Bataillonsstab und verfügten zunächst je nach den spezifischen Aufgaben im Bereich der einzelnen Landesbehörden über zwei bis vier Kompanien. So hatte beispielsweise das Wachbataillon der LBdVP Mecklenburg zwei Kompanien, während das der LBdVP Sachsen-Anhalt über vier Kompanien verfügte.“ [1]

„Daher erfolgte 1952 eine dezentrale Dislozierung der Kompanien der Wachbataillone auf den Territorien der Länder, so daß jetzt jeder Ort innerhalb von maximal zwei Stunden erreicht werden konnte. Die Einheiten der LBdVP Thüringen erhielten beispielsweise die Standorte Weimar, Gera und Ilmenau. Die Bataillonsstäbe wurden aufgelöst und die Kompanien als selbständige Wacheinheiten den örtlich zuständigen Volkspolizei-Kreisämtern unterstellt. Auf der Grundlage des von der Volkskammer am 23. Juli 1952 beschlossenen Gesetzes über die weitere Demokratisierung des Aufbaus und der Arbeitsweise der staatlichen Organe entstanden anstelle der fünf Länder 14 Bezirke. Die LBdVP wurden aufgelöst und in den Bezirksstädten Bezirksbehörden der Volkspolizei (BDVP) aufgebaut. Die neugebildeten BDVP hatten je eine Wacheinheit in Kompaniestärke zu formieren. Dabei wurde auf die Einheiten der ehemaligen Wachbataillone zurückgegriffen. In einigen Bezirken, speziell in Rostock, Magdeburg und Chemnitz, für deren Wacheinheiten eine größere Stärke befohlen war, mußten neue Kompanien aufgestellt werden.“ [2]
„Gleichzeitig erfuhr der Ausbildungsprozeß der Volkspolizisten eine zunehmende Zentralisierung. In der HVDVP entstand dazu 1953 die Abteilung Ausbildung und Schulung, der die Wacheinheiten unterstellt wurden.“ [3]


[1] Historischer Abriß zum Aufbau und zur Entwicklung der Volkspolizei-Bereitschaften 1945-1985 Heinz Opitz, Günter Huthmann, Franz Fiebig, u.a.; Berlin 1988, MdI der DDR, S. 22
[2] Ebenda, S. 25
[3] Ebenda, S. 26