Hauptverwaltung Innere Sicherheit /HVIS

Ernst Wollweber, Minister für Staatssicherheit, befahl seinem Stellvertreter Hermann Gartmann bis zum 12. Oktober 1956 für die zentralisierte Führung der Bereitschafts-, Grenz- und Transportpolizei eine Hauptverwaltung Innere Sicherheit mit Sitz in Pätz bei Königs Wusterhausen zu gründen.

  • An Stelle der Hauptverwaltung Deutsche Grenzpolizei trat die Hauptabteilung für den Grenzpolizeidienst (Oberst Heinz Gronau),
  • für die Verwaltung Bereitschaftspolizei die Hauptabteilung für den Dienst in der Bereitschaftspolizei (Oberst Claus Mansfeld) und
  • für die Hauptabteilung Transportpolizei die Hauptabteilung für den Transportpolizeidienst (Inspekteur Wilhelm Kinsky).

Mit Wirkung zum 1. Dezember 1956 wurden auch ihre Strukturen verändert.

Die Bereitschaftspolizei behielt ihre Untergliederung in Mot.-Einheiten (violette Kragenspiegel) und in S-Einheiten (rote Kragenspiegel) bei. Die Mot.-Einheiten waren vorgesehen für die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit unter allen Lagebedingungen. Während die Sicherungseinheiten wichtige Betriebe, Objekte und Anlagen bewachten. Für letztgenannte wurden die Standorte für Kommandos und selbständige Abteilungen bis zum 1. November 1956 neu festgelegt .[1]

Im Stellen- und Strukturplan der Bereitschaftspolizei wurde ein Personalbestand von 16.200 Mann festgelegt. Aufzustellen waren fünf Mot.-Schützenkommandos in Stärke von insgesamt 5.161 Mann. Vier Mot.-Schützenkommandos waren kadriert in Stärke von je 898 Mann. Bei den Sicherungseinheiten in einer Gesamtstärke von 9.524 Mann waren eine Brigade mit 6 Abteilungen im Gebiet der SDAG Wismut in Stärke von 4.844, die S.-Kommandos in Berlin und Dresden mit 4 Abteilungen und das in Halle mit 2 Abteilungen aufzustellen. Je eine Selbständige S.-Abteilung befanden sich ferner in Karl-Marx-Stadt und in Wolgast [2]

Truppenteil Stärke[3] Kommandeur Bemerkung
mot. Schützenkommando Berlin I 1.541 Johannes Wahner in Basdorf
mot. Schützenkommando Schwerin 898 Heinz Eichler [4]
mot. Schützenkommando Potsdam 898    
mot. Schützenkommando Halle 898 Karl-Heinz Wieprecht  
mot. Schützenkommando Erfurt 898    
Mot. Einheiten ges.: 5.161    
S-Brigade, K-M-Stadt-Sigmaringen 4.844 Heinz Engelbrecht 6 Abt., SDAG Wismut
S-Kdo Berlin 1.560 Rudolf Smolka 4 Abt.
S-Kdo Dresden 1.496   4 Abt.
S-Kdo Halle 813 Günter Grella 2 Abt.
selbst. S.-Abteilung K-M-Stadt 482    
selbst. S.-Abteilung Wolgast 330    
S-Kdo.‘s u. selbst. S-Abt. ges.: 4.680    
Offizierslehranstalt 251 Fritz Radke Bad Düben
Lehrkommando Potsdam 722 Herbert Meincke  
Sonderlehrgänge NVA u.Politschulen 112    
Ministerreserve 450    
       
Insgesamt: 1.900: 3.500: 10.800= 16.200    

[1] Vgl. BStU, 000373: Befehl Nr. 343/55 des Ministers für Staatssicherheit vom 12.10.1956

[2] Vgl. BStU, BdL/Dok. 000375: Befehl Nr. 366/56 des Ministers für Staatssicherheit vom 18.10.1956, Stellen- und Strukturpläne der Bereitschaftspolizei; lt. Dislozierungsschema in Alt-Rehse und nicht in Wolgast

[3] DO 1/36024 Stellenplan der Bereitschaftspolizei

[4] zu jedem kadrierten Mot.-Kdo. gehörte, außer in einem, ein Scheinwerferzug