Gefechtseinsatz im Manöver „Waffenbrüderschaft“

Ablaufschema des Manövers
Ablauf des Manövers und Gefechtshandlungen auf den Truppenübungsplätzen. Foto: Wolfram Kempe

„Im Oktober 1970 fand auf dem Territorium der DDR, erstmalig mit Streitkräften aller sieben Armeen der Staaten des Warschauer Vertrages, das Manöver „Waffenbrüderschaft“ statt, an dem auch Angehörige der Volkspolizei-Bereitschaft „Conrad Blenkle“ (17.VPB) sowie Kräfte der Kampfgruppen der Arbeiterklasse beteiligt waren.
Die Einheiten hatten im Rahmen der Manöverhandlungen spezifische Aufgaben der Territorialverteidigung zu lösen. Genosse (Oberstleutnant d.VP Hans) Wahner, Kommandeur der Einsatzkräfte, erinnerte sich: „Wir bereiteten uns in einem Truppenlager gründlich auf diesen Höhepunkt vor. Dort lernten wir auch die Genossen der Kampfgruppenbataillone kennen. Die Anforderungen im Ausbildungsprozeß waren hoch und jeder Tag brachte neue Bewährungssituationen ...“ [1]
„Der heutige Minister für Nationale Verteidigung, Genosse Heinz Keßler, bescheinigte unseren Einsatzkräften während eines Meetings hohe Kampfmoral, eiserne Disziplin und physisches Leistungsvermögen. Die Volkspolizei-Bereitschaft ‚Conrad Blenkle’ konnte als Sieger des im Truppenlager geführten Wettbewerbs ein Ehrenbanner in Empfang nehmen und wurde mit der Artur-Becker-Medaille in Silber ausgezeichnet.“
Die Lösung von Aufgaben im Bestand solcher Gruppierungen
stellte hohe Anforderungen an die Vorgesetzten und Einheiten.
Die Einsatzgrundsätze sahen jedoch auch den selbständigen Einsatz kleiner Kollektive vor, was vor allem eine entsprechende Befähigung der Gruppen- und Zugführer voraussetzte.
Die Praxis zeigte, das die Leistungsfähigkeit eines militärischen Kollektivs letzten endes vom Grad der Bewußtheit, von der Disziplin und fachlicher Meisterschaft aller Genossen bestimmt wird. Die vorbildliche Aufgabenerfüllung zahlreicher Gruppen und Züge in diesen Jahren unterstreicht das durchgängig hohe Niveau der politischen Arbeit sowie der Ausbildung.“ [2]


[1] Historischer Abriß zum Aufbau und zur Entwicklung der Volkspolizei-Bereitschaften 1945-1985; Heinz Opitz, Günter Huthmann, Franz Fiebig, u.a.; Berlin 1988, MdI der DDR, S. 173
[2] Ebenda, S. S. 174