Strukturentwicklung in den VP-Bereitschaften

Entsprechend den Festlegungen des Nationalen Verteidigungsrates der DDR erfolgte die Entwicklung der Bereitschaften des MdI. Im Falle eines Krieges war ihr Einsatz zur Bekämpfung bewaffneter gegnerischer Gruppierungen im eigenen Hinterland sowie zur Verteidigung von Räumen und Abschnitten während zeitweiliger Unterstellung an NVA-Truppenteile vorgesehen. Überprüft wurde diese Befähigung beispielsweise im Manöver "Waffenbrüderschaft" (1970) der Vereinten Streitkräfte des Warschauer Vertrags auf dem Territorium der DDR. Die 17. VP-Bereitschaft mit Kampfgruppeneinheiten, unter ihrem Kommandeur Oberstleutnant der VP Hans Wahner, verteidigte erfolgreich einen Raum.

Bis zur völkerrechtlichen Anerkennung der DDR Anfang der 70er Jahre erfolgte die Unterstellung von Bereitschaften an Dienststellen der DVP (VP-Kreisämter bzw. VP-Inspektionen in Berlin) relativ selten. Mit Beginn der 80er Jahre erfolgte zunehmend eine stärkere Unterstützung der Dienstzweige der Volkspolizei bei gleichzeitiger Reduzierung der Sollstärke infolge der demografischen Entwicklung. Ab Dezember 1989 war die Umprofilierung der Bereitschaften zur Bereitschaftspolizei geplant, aber aus bekannten Gründen in der beabsichtigten Form nicht mehr umgesetzt. Erst zu Beginn der 80er Jahre erfolgte die Zuführung von Wasserwerfern in die Schützen-kompanien (je ein Star-29 Hydromil in der 1. und 2. Kompanie). Bis zu diesem Zeitpunkt war ein Wasserwerfer auf Basis des G-5 im Pionierzug der Stabskompanie vorhanden.

Die Bereitschaften waren für die Unterstützung der Zivilverteidigung vorgesehen und wurden bei der Bekämpfung der Folgen von Katastrophen eingesetzt. Beispielsweise die 4. und 11. VP-Bereitschaft beim Eisenbahnunglück Langenweddingen. Die 17., 18. und 19. VP-Bereitschaft beim Flugzeugabsturz einer IL-62 bei Königs Wusterhausen am 14. August 1972.