Ausbildung von Offizieren ab dem Frühjahr 1955

Wo? Dauer Ernennung Abschluß
Lehreinrichtung KVP bzw. NVA ein, später zwei Jahre Unterleutnant d. VP Urkunde
Lehreinrichtung in der UdSSR ein, später zwei Jahre Unterleutnant d. VP Urkunde
Lehrbereitschaft 6-8 Wochen (für ehemalige Funktionäre/ Parteiauftrag) Unterleutnant d. VP Urkunde

Die im Frühjahr 1955 begonnene Aufstellung von VP-Bereitschaften im MdI, außerhalb und parallel zu den Bereitschaften der Hauptverwaltung Deutsche Volkspolizei, erforderte auch die Qualifizierung von Angehörigen zu einer militärischen Führungskraft.
Zunächst „... erfolgte die Ausbildung von Offizieren an Lehreinrichtungen der KVP (NVA), und bereits 1955 begannen die ersten Führungskader der Bereitschaftspolizei mit dem Studium an Bildungsstätten der Schutz- und Sicherheitsorgane der UdSSR ...“ [1] Es gab, „zumindest nach 1957, schon die planmäßige Heranbildung von Offizieren an Lehreinrichtungen – zumeist der NVA – mit zunächst ein-, später zweijähriger Ausbildungszeit...“ [2]
„... Auch die Einstellung von Offizieren der Kasernierten Volkspolizei sowie die Übernahme von Absolventen der Lehrbereitschaft der HVDVP deckte nur den dringendsten Bedarf. Mit Unterstützung von Partei und FDJ konnten bewährte Funktionäre, Angestellte des Staatsapparates, Lehrer und andere erfahrene Genossen für den Dienst in der Bereitschaftspolizei gewonnen werden, ... Sie wurden nach kurzer Ausbildungszeit – die meist nur sechs bis acht Wochen betrug – zum Offizier ernannt ...“ [3]

„... Außerdem führte die Lehrbereitschaft ständig Weiterbildungslehrgänge für Offiziere durch“ [4] „... Erst Anfang der 60er Jahre begann in der Lehrbereitschaft die Ausbildung von Zugführern, ...“ [5]

„... Auf der Grundlage gesammelter Erfahrungen entstanden 1959 Qualifikationsmerkmale für alle Offiziersdienststellungen, die den erforderlichen Grad der politischen und fachlichen Befähigung, aber auch bereits praktische Erfahrungen und andere Voraussetzungen für bestimmte Funktionen festlegten. Beispielsweise mußte der Bereitschaftskommandeur einen Lehrgang für Regimentskommandeure sowie die Bezirksparteischule abgeschlossen haben, ...“ [6]

Gründung einer Offiziersschule (1962-65)

Wo? Dauer Ernennung Abschluß
ZLA (M) zwei, ab 1964 drei Jahre Unterleutnant der VP Urkunde
Lehreinrichtung NVA zwei, ab 1964 drei Jahre Unterleutnant der VP Urkunde

Die Zentrale Lehranstalt des MdI zur Ausbildung militärischer Kader - ZLA (M) wurde im Oktober 1962 gegründet, die im Februar 1963 die Lehrtätigkeit aufnahm. Die Ausbildungszeit betrug zunächst zwei Jahre. Die ZLA (M) war zunächst dem Dienstverhältnis der DVP zugeordnet. 1965 wurde „die ZLA (M) in das für die Volkspolizei-Bereitschaften und die Unterführerschule zutreffende - damals als Wehrersatzdienst bezeichnete - Dienstverhältnis überführt ...“ Die Absolventen wurden zum Unterleutnant der VP ernannt. Ab 1964 wurde zur dreijährigen Ausbildungszeit übergegangen.[7]

Fachschule des MdI - Bereitschaften - (1965-71)

Wo? Dauer Ernennung Abschluß
Offz.-schule - Bereitschaften - 3 Jahre Unterleutnant der VP „Offz. der mittl.Laufbahn d.MdI“
Offz.schulen NVA : Chem. Dienst, Transp., Pionier 3 Jahre Unterleutnant der VP ?

„... Im Zuge einer Vereinbarung zwischen dem Ministerium des Innern und dem Staatssekretariat für Hoch- und Fachschulwesen erhielt im Februar 1965 ... die ZLA (M) den Status einer Fachschule zuerkannt. ...“ [8] Am 29. Juli 1966 verlieh Generalleutnant Willi Seifert, Stellvertreter des Ministers des Innern, der Fachschule des MdI - Bereitschaften - die Fahne. „... Die Absolventen erhielten in der Folge die Berufsbezeichnung „Offizier der mittleren Laufbahn des MdI“.“ [9]

Offiziershochschule (1971-1983)

Wo? Dauer Ernennung Abschluß
OHS - Bereitschaften - 3 Jahre Leutnant der VP „Hochschulingenieurökonom“
OHS NVA-LaSK : Chem. Dienst, Transp., Pionier, Luftabwehr 3 Jahre Leutnant der VP „Hochschulingenieur“ bzw. „Hochschulökonom“

„... Am 10. Mai 1971 erhielt die Fachschule des MdI – Bereitschaften – den Hochschulstatus. Der Minister des Innern und Chef der DVP übergab dem Kommandeur der Lehreinrichtung im Rahmen eines militärischen Zeremoniells die Gründungsdokumente und die Fahne der Offiziershochschule des MdI – Bereitschaften -. ... wurde der Schule der verpflichtende Name „Artur Becker“ verliehen.“ [10] „Sie erwarben mit dem erfolgreichen Abschluß des Studiums die Qualifikation eines Hochschulingenieurökonomen. …“ [11] Die Absolventen wurden zum Leutnant der VP ernannt.
Ab 1975 erfolgte an der OHS die Hochschulreifeausbildung der Offiziersbewerber, die nicht über ein Abitur verfügten. [12] Die Abiturienten, die keinen Facharbeiterabschluss besaßen, wurden in Zwickau zum Kfz.-schlosser ausgebildet.

Offiziershochschule (Hochschuldiplom, 1983-90)

Wo? Dauer Ernennung Abschluß
OHS - Bereitschaften - 4 Jahre Leutnant der VP „Diplomstaatswissenschaftler“
OHS NVA-LaSK : Chem. Dienst, Transp., Pionier, Luftabwehr
4 Jahre Leutnant der VP  

Mit „... Beschluß des Politbüros des ZK der SED vom 18. März 1980 über die „Aufgaben der Universitäten und Hochschulen in der entwickelten sozialistischen Gesellschaft“ ... wurde 1980 begonnen, die Grundlagen und Voraussetzungen für den Übergang zur Offiziersausbildung, die mit dem Erwerb des 1. akademischen Grades eines Diplomstaatswissenschaftlers abschloß, zu schaffen. ... “ [13] 1983 wurde “Der Offiziershochschule des MdI – Bereitschaften – ... das Diplomrecht zuerkannt. Am 1. September 1983 begannen die ersten Offiziersschüler mit dem vierjährigen Studium.“ [14]

Führungskaderausbildung (1979-90)

1979 begann „im Zusammenwirken mit der Hochschule der DVP „... (die) Ausbildung von Führungskadern für Volkspolizei-Bereitschaften im Verlauf von Zweijahreslehrgängen.“ [15] Diese Absolventen erhöhten die Anzahl von verfügbaren Führungskadern für den Einsatz als Stellvertreter eines Kommandeus einer Bereitschaft. In der Regel wurden Absolventen der Militärakademie der NVA, nachdem sie als Stellvertreter des Kommandeurs und Stabschef tätig waren, Kommandeur in einer Bereitschaft.


[ 1] Historischer Abriß zum Aufbau und zur Entwicklung der Volkspolizei-Bereitschaften 1945-1985; Heinz Opitz, Günter Huthmann, Franz Fiebig, u.a.; Berlin 1988, MdI der DDR, S. 51
[ 2] Ebenda:S. 86
[ 3] Ebenda:S. 50
[ 4] Ebenda:S. 87
[ 5] Ebenda:S. 88
[ 6] Ebenda:S. 86
[ 7] Ebenda:Vgl. S. 136
[ 8] Ebenda:S. 137
[ 9] Ebenda:S. 139
[10] Ebenda:S. 169
[11] Ebenda:S. 170
[12] Ebenda:S. 213
[13] Ebenda:S. 213
[14] Ebenda:S. 215
[15] Ebenda:S. 215