Das Ministerium des Innern in der DDR

Das Ministerium des Innern [MdI] wurde mit Bildung der Regierung der DDR geschaffen [1]. Sein Vorläufer war die Deutsche Verwaltung des Innern [DVdI] in der sowjetischen Besatzungszone [SBZ].

Im MdI wurden alle bewaffneten Organe der DDR in der Regel zunächst als Hauptverwaltung [HV] bzw. Referat eingerichtet. Später entstanden daraus neue Ministerien. Das MfS beispielsweise war zunächst Hauptverwaltung zum Schutz der Volkswirtschaft. Nach Rückstufung dieses Ministeriums zum Staatssekretariat für Staatssicherheit [SfS] im Ergebnis der Ereignisse vor und nach dem 17. Juni mit Eingliederung ins MdI wurde es dann wieder Ministerium. Auch die NVA ging mit der KVP, der HV Volkspolizei See und den Aeroclubs (bzw. VP-Luft) aus dem MdI hervor.

Die Dienstzweige der Volkspolizei, Feuerwehr, Strafvollzug usw. waren zunächst in der Hauptverwaltung Deutsche Volkspolizei [HVDVP] zusammengefaßt. Nach Auflösung der HVDVP im Jahr 1963 unterstanden diese Formationen dem Ersten Stellvertreter des Ministers des Innern. Die Bereitschaften der HVDVP hatten die Zweckbestimmung als Bereitschaftspolizei, d.h. in ihnen wurden neu eingestellte Volkspolizisten ausgebildet und zur Unterstützung der Dienstzweige der Volkspolizei eingesetzt. Sie wurden später in Dienstanfängerschulen der Bezirksbehörden der DVP [BDVP] umgewandelt.

Die Bereitschaften des Kommandos Bereitschaftspolizei unterstanden ab Beginn der Aufstellung im Frühjahr 1955 dem Stellvertreter des Ministers bewaffnete Organe (Generalleutnant Willi Seifert, ehemals Kapo im KZ Buchenwald). Diese Führungsebene wurde später umgewandelt in Stellvertreter des Ministers Bereitschaften /Kampfgruppen. Diese Bereitschaften wurden ab Juli 1962 von Infanterie-Regimentern zu Bataillonen umstrukturiert und der Wehrdienst eingeführt.
Ihre Zweckbestimmung war in Friedenszeiten auf Anforderung einer Dienststelle der Volkspolizei die Einsätze der Kräfte der Schutzpolizei mit geschlossenen Formationen zu unterstützen. Bei eingetretenen Katastrophen die Wirkungsherde abzuriegeln, damit die Formationen der Zivilverteitigung Rettungs- und Bergungsmaßnahmen ungestört durchführen konnten.
Im Kriegsfall sollten die grenznahen Bereitschaften den Grenzregimentern unterstellt und an der vordersten Linie der Verteidigung eingesetzt werden [2]. Die anderen Bereitschaften hätten Aufgaben von der Bezirkseinsatzleitung [BEL] über den Chef der BDVP erhalten.


[1] Vgl. Historischer Abriß zum Aufbau und zur Entwicklung der Volkspolizei-Bereitschaften 1945-1985. Heinz Opitz, Günter Huthmann, Franz Fiebig, u.a.; Berlin 1988, MdI der DDR, S. 13 ff.
[2] nach: Lehrunterlagen des Fachbereichs Mobilmachung der Sektion Landstreitkräfte der Militärakademie der NVA (Oberst Dr. Rahne, Stand: 1981)

Teilbereich öffentliche Ordnung und Sicherheit der Landesverteidigung [10]:

Kräfte :

  • Kasernierte Einheiten des MdI,
  • Hundertschaften der Zentralen Kräfte Schutzpolizei,
  • weitere Kräfte der Dienstzweige

Struktur des MdI

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