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Die hier veröffentlichten Informationen sind nach bestem Gewissen zusammengestellt, dennoch können fehlerhafte Informationen nicht ausgeschlossen werden. Mit der Niederschrift des Inhaltes begann der Autor 1991, die auf dessen Erinnerungen und Aufzeichnungen beruhen sowie aus den entnommenen Inhalten im Buch der Hauptabteilung Bereitschaften des MdI, dem Historischen Abriss [1] und der im Bundesarchiv Berlin-Lichterfelde gelagerten Dokumente des MdI. Nach der Veröffentlichung des Artikels in der Wikipedia wurde diese Homepage zunächst als HTML-Seiten erstellt.

Begrifflichkeiten werden so verwendet, wie sie in den Truppenteilen und Dienststellen verwendet wurden. Definitionen, die die Bundeswehr und die Bundespolizei ( vormals Bundesgrenzschutz) verwenden, sind im wesentlichen allgemeiner gefasst.

Beispielsweise wurden Schützenpanzerwagen [SPW] in den bewaffneten Organen der DDR als ein Gefechtsfahrzeug für den Transport und die Feuerunterstützung von Infanteristen (motorisierte Schützen) bezeichnet. In der Bundeswehr wird das gleiche Fahrzeug als Rad-Transportpanzer benannt. Mit Schützenpanzern [SPz] wird das Gefecht geführt aus dem Fahrzeug bzw. abgesessen. Der SPz ist in der Lage gepanzerte Fahrzeuge zu bekämpfen und innerhalb der Gefechtsordnung von Panzereinheiten zu handeln.

Der SPW BTR-152 und der Schützenpanzer Marder werden trotz ihrer unterschiedlichen Gefechtseigenschaften, insbesondere durch Journalisten, der Kategorie Schützenpanzer zugeordnet oder gar als Panzer bezeichnet.

1. Einführung

Diese Seiten beschäftigen sich hauptsächlich mit Struktur, Aufgaben, Ausbildung und Dislozierung der 'Kasernierten Einheiten des MdI'. Sie unterstanden dem Stellvertreter des (Innen-)Ministers Bereitschaften/ Kampfgruppen und waren reine Wehrdiensteinheiten. Sie gingen hervor aus VP-Bereitschaften in Regimentsstärke, die dem Stellvertreter des Ministers für bewaffnete Organe im MdI unterstanden und in denen Freiwillige mit einer Verpflichtung auf drei Jahre dienten.
Die VP-Bereitschaften als Teil und bekanntere Formationen der Kasernierten Einheiten, waren militärische Formationen, die neben

  • den Verbänden und Truppenteilen der NVA,
  • dem Wachregiment des Ministeriums für Staatssicherheit ( mehr als divisionsstark),
  • den Hundertschaften der "Kampfgruppen der Arbeiterklasse" und
  • die militärisch strukturierten Hundertschaften der "Zentralen Kräfte Schutzpolizei" [ZKS], nach Auslösung der Mobilmachung mit Reservisten aufgefüllt,

bestanden.

1.1 Kasernierte Formationen der DVP
Historische Abgrenzung

Es gab in der vierzigjährigen Geschichte des Ministeriums des Innern der DDR verschiedene kasernierte Formationen, die nacheinander aufgestellt bzw. nebeneinander bestanden, die alle als Volkspolizei-Bereitschaften bezeichnet wurden.

  • kasernierte Wacheinheiten für die Zeit von 1945 bis 1955 (Kompaniestärke)
  • Bereitschaften der Volkspolizei, aus denen 1952 die Kasernierte Volkspolizei [KVP] gebildet wurde. Ab 1956 wurden daraus die Landstreitkräfte der NVA.
  • Bereitschaften der Hauptverwaltung DVP [HVDVP], die 1953 aufgestellt und aus denen die Dienstanfängerschulen der DVP hervorgingen. (Vergleichbar mit den heutigen Bereitschaftspolizeien der Länder)
  • Bereitschaften der Inneren Truppen des 'Staatssekretariats für Staatssicherheit' im Ministerium des Innern [SfS], diesem unterstellt vom 01. November 1956 bis 31. Januar 1957.[2]
  • Bereitschaften und Truppenteile der Deutschen Grenzpolizei [DGP], 1945 bis 1962.
  • Acht, später sieben, Kompanien der Transportpolizei (B[ereitschaften]), deren Aufwuchs nach Auslösung der Mobilmachung zu Bereitschaften geplant war.

1.2 Stellung innerhalb der Deutschen Volkspolizei

Dem Stellvertreter des Ministers Bereitschaften/ Kampfgruppen unterstand der Leiter Hauptabteilung Bereitschaften, der die VP-Bereitschaften fachlich führte. Anfang der 70er Jahre war dies Generalmajor Heinz Eichler. Sein Vorgänger Generalleutnant Werner Gröning wurde Stellvertreter des Ministers Bereitschaften/ Kampfgruppen, um etwas später Präsident des PdVP Berlin zu werden. Die Angehörigen der Hauptabteilung des MdI und der Abteilungen Bereitschaften/ Kampfgruppen der Bezirksbehörden [BDVP] schieden nach Versetzung aus den Bereitschaften in diese Führungsbereiche aus dem Wehrdienstverhältnis aus.
Häufig wird für die VP-Bereitschaften der Begriff Bereitschaftspolizei verwendet. Deren Angehörige wurden aber nicht von der Schutzpolizei bzw. den anderen Dienstzweigen übernommen. Bewerbungen für den Dienst in einem Volkspolizeikreisamt nach Ableistung des Wehrdienstes erfolgten sehr selten. In diesem Fall war eine Dienstanfängerausbildung zu absolvieren.

Die Kasernierten Einheiten des MdI wurden am 03.10.1990 durch den Bundesgrenzschutz [BGS] übernommen und wenig später aufgelöst. Ein Teil der Offiziere und Berufsunterführer fand Aufnahme in den Länder-Polizeien der ( neuen Bundes-)Länder.

Innerhalb der Europäischen Union gibt es vergleichbare militärische Formationen für den inneren Einsatz. So in Frankreich die 'Gendarmerie Nationale', in Italien die 'Carabinieri' usw. Sie gehören zu den Verteidigungsministerien, werden aber durch die Innenministerien zur Lösung polizeilicher Aufgaben im Innern eingesetzt. In der Bundesrepublik bestehen vergleichbare Formationen zur Lösung solcher Aufgaben nicht, jedoch finden gegenwärtig politische Auseinandersetzungen über einen inneren Einsatz der Bundeswehr statt. Die Notstandsgesetze sehen einen derartigen Einsatz vor. Gegenwärtig werden alle Soldaten der Bundeswehr, beginnend in der Grundausbildung, mit Schild, Helm und Schlagstöcken sowie Wasserwerfern zur Räumung von Demonstranten auf Straßen und Plätzen ausgebildet. Auf den ersten Blick wie die Ausbildung einer 3. Kompanie einer VP-Bereitschaft. In der Grundausbildung der VP-Bereitschaften war durch die Ausbildungsprogramme allerdings keine polizeiliche Ausbildung vorgesehen, so daß sie sich nicht von der in der NVA unterschied.

[1] Siehe: Heinz Opitz, Günter Huthmann, Franz Fiebig, u.a.: Historischer Abriß zum Aufbau und zur Entwicklung der Volkspolizei-Bereitschaften 1945-1985. Berlin 1988, MdI der DDR.

[2] Weitere Entwicklung:

  • diese Bereitschaften wurden im April 1955 im MdI, außerhalb der HV DVP, aufgestellt. Ab 1. Februar 1957 unterstanden sie dem neugebildeten Kommando Deutsche Bereitschaftspolizei im MdI, ein selbständiges Organ.
  • Im April 1962 wurden diese Formationen in Wehrdiensteinheiten umgewandelt.

  • Ab 1982 werden diese VP-Bereitschaften und die neu aufgestellten Wehrdienst leistenden Einheiten und Dienststellen gemeinsam als 'Kasernierte Einheiten des MdI' bezeichnet.

 

Forum

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